Archive for the 'persönliche Gedanken' Category

Odin, das Paradoxon

Montag, Juli 31st, 2017

Über Odin kann man ganze Bücher schreiben und das ist auch schon geschehen. Allseits bekannt ist, das er einer der ersten drei Asen überhaupt war und älter als Yggdrasil ist. Von ihm stammen alle Asen ab. Er wird in älteren Quellen als Kriegsgott und in jüngeren als Gott der Magie oder des Schamanismus bezeichnet. Man sagt dann, er habe sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ferner taucht oft der Begriff des Odinsparadoxon auf. In diesem Zusammenhang wird Odin dann mit der Rune Dagaz in Verbindung gebracht. Im Laufe meiner Erkundung bin ich öfter über diese Begriffe gestolpert ohne eine rechte Erklärung dazu zu lesen. Mir ist nicht klar ob das daran liegt, das die Quellen nicht mehr dazu sagen, oder ob das als so trivial betrachtet wird. So oder so will ich mich an eine eigene Erklärung dieser Begriffe wagen.
Ein Paradoxon ist etwas, das einen Widerspruch in sich enthält. Das könnte Odins Kriegs- und Schamanenseite sein.
Untersucht man Dagaz genauer, ergibt sich folgendes. Wenn man die Form der Rune betrachtet erkennt man eine “spitze” 8 die auf der Seite liegt. Zwei Dreiecke deren Spitzen sich berühren. Übersetzt wird Dagaz mit dem Tag. Meiner Meinung nach beschreibt das die Rune nur äußerst ungenau. Der Tag gibt ein Beispiel für das Prinzip das hinter Dagaz steht. Der Tag besteht aus dem hellen wie dem dunklen Teil. Steht die Sonne im Zenit ist der Tag am hellsten und steht die Sonne äquivalent genau über der Rückseite der Erde ist die Nacht am tiefsten. Von diesen Zwei Punkten streben Licht und Dunkel aufeinander zu. Dagaz ist nun der Punkt an dem Licht in Dunkel sowie Dunkel in Licht übergehen. Der Zeitpunkt wenn die Dämmerung in Richtung Dunkelheit kippt oder die Dunkelheit morgens zum Licht hin kippt. Das ist die Spitze der Dreiecke, wenn man weder rechts noch links ist. Es ist weder Tag noch Nacht!
In der fernöstlichen Philosophie heißt es:
“Wir sind, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht durch unsere Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt!”
Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Realität. Somit gibt es einen Übergang zwischen dem Denken und dem materiellen Sein. Dieser Punkt und dessen Existenz wird durch Dagaz beschrieben. Odin steht als Gott für das Urbewusstsein im Gegensatz zur materiellen Realität. Er steht aber auch für den Krieger und den Schamanen! Was ist er nun? Krieger oder Schamane? Intellekt oder Materie? Wenn man ihn nun mit Dagaz vergleicht, dann ist er weder noch oder beides zugleicht. Krieger und Schamane. Intellekt und materielle Realität. Gedanke und Materie. Und darin besteht das Paradoxon. Denn nach der wissenschaftlichen Sichtweise kann er nicht beides zugleich oder eins ohne das andere nicht sein.

Odin ist DER Ase, der zugleich Bewusstsein, Trieb und materielles Sein ist. Seine Eltern waren Riesen und Nachkommen von Ymir und Audhumbla. Unbewusstes und Trieb, vereint zu neuer Kraft, zum Bewusstsein! Mit einer kleinen Geste kann er Krieger oder Schamane sein. Und doch ist er weder das eine, noch das andere. Er ist die dunkelste Stunde des Tages, wenn es weder hell noch dunkel ist. Er ist sowohl Leidenschaft als auch Chaos. Beides und nichts davon.

@Daniel

Asylpolitik

Freitag, November 6th, 2015

Auch wenn die Asahood sich als Verein aus der Politik heraus halten will, haben wir als Mitglieder natürlich Meinungen. An dieser Stelle möchte ich gerne meine Meinung als Privatmensch äußern und damit auch einen kleinen Einblick in die Asahood gewähren, denn die Mitglieder prägen natürlich die Gruppe.

Fassen wir also zunächst die Lage zusammen. In Bürgerkriegsregionen wie Syrien fliehen derzeit gewaltige Menschenmassen vor Tod, Folter und Grausamkeit. Um sich in Sicherheit zu bringen nehmen sie mindestens massive Strapazen für sich und ihre Familien auf sich, riskieren sogar auf dem Mittelmeer ihr Leben. Ferner gibt es einen kleineren Teil Menschen, die aus wirtschaftlich schwächeren Ländern nach Deutschland wollen um hier ein besseres Leben zu führen. Beides voll zu verstehen aber in meinen Augen total unterschiedliche Sachlagen!
Das führt dazu, dass jetzt in Deutschland und Europa nicht darüber diskutiert wird wie man der erst genannten Flüchtlingsgruppe helfen kann, sondern wie man die zweitgenannte Gruppe besser abschiebt. Davon abgesehen, dass dies ein beschämendes Verhalten unser Regierung ist, wäre es auch absolut unnötig, wenn man aus der zweiten Gruppe keine Asylsuchenden sondern Einwanderer machen würde. In Deutschland stehen wir vor dem Problem, dass geringe Geburtenrate immer mehr zu Mangel führt. Wir MÜSSEN langsam anfangen zu überlegen, wie wir dem Begegnen wollen. Meine Meinung wäre, das Einwanderung durchaus eine gute Lösung wäre. Jemand der nach Deutschland kommt um hier zu leben und zu Arbeiten wird motiviert sein sich bestens dafür vorzubereiten und dann auch zu arbeiten. Würde man nun ein System entwickeln, nach dem sich Menschen aus aller Welt “Bewerben” können um nach Deutschland zu kommen, bräuchte niemand aus dieser Gruppe über den Weg des Asylrechtes zu uns kommen. Das Asylrecht hingegen könnte für die genutzt werden, die es wirklich brauchen. Und schon wäre auch dem Argument der Asylgegner der Boden genommen, die sagen: Asylanten wollen ja doch alle hier bleiben und sich dabei nicht anpassen! Ich glaube da werden wieder zwei Sachen vermischt- Natürlich will sich der Syrer, der nach dem Krieg wieder in seine Heimat will, NICHT an Deutsche Normen anpassen und seine Kultur und Sprache bewahren. Wer will es ihm verübeln, denn er will ja, sobald es in seiner Heimat wieder sicher ist, dorthin zurück kehren. Man könnte und müsste nun zum Asylrecht unbedingt auch die Pflicht knüpfen, das sobald die Bedrohung im Herkunftsland behoben ist, das Asylrecht erlischt und die Menschen wieder nach Hause gehen müssen. In der Zeit in der sie hier sind könnte man dann noch etwas Bildung fließen lassen und die Menschen ausbilden damit sie leichter zu Hause wieder Fuß fassen und allen wäre gedient.
Menschen die nach Deutschland einwandern wollen, MÜSSEN sich aber zu gewissem Teil anpassen. Sie MÜSSEN die Sprache lernen und kulturelle Umstände, wie Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und Rechtstaatlichkeit in unserem Land verinnerlichen. Dabei dürfte man sie nicht allein lassen, sondern müsste sie kontrolliert Bilden und ihr Bleiberecht an den Erfolg an diese Maßnahme knüpfen. Niemand der zu uns kommt, muss Abitur machen oder eine hochtrabenden Schulische Ausbildung absolvieren. Sprache und ein paar Grundkenntnisse der Gesetze sind allerdings unbedingt nötig. Ich glaube wenn ein Einwanderer eine Gewisse “Ausbildung” erfahren hat und dann als Deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund in unser Land kommt, wird auch die Integration in unsere Gesellschaft wesentlich leichter fallen.

Mir ist nicht klar, warum niemand einen solchen Ansatz bisher in der Politik publik gemacht hat, aber ich denke die Krise die wir gerade erleben, könnte zu dieser Verbesserung führen…

Daniel

Gehört der Islam zu Deutschland?

Mittwoch, Januar 28th, 2015

Angestoßen durch Pegida, IS-Terror und Flüchtlingsdebatten wird diese Frage in den Medien neuerdings immer öfter diskutiert. Wir als kleiner Verein sind zwar politisch neutral, aber streng genommen ist dies keine politische Frage und eine Meinung haben ich natürlich trotzdem. An dieser Stelle möchte ich klarstellen, das dieser Blogeintrag meine persönliche Meinung darstellt von der ich allerdings Glaube, das sie im Wesentlichen der Meinung der anderen Mitglieder der Asahood entspricht.
Also rollen wir das auf- Historisch, so sagen viele, sind wir natürlich Christlich geprägt. Es gibt aber “dennochs”. Zum einen, war das ja nicht immer so- das Christentum wanderte auch einst ein und verdrängte einen Glauben in dieser Region. Dann allerdings prägte es die kulturelle Entwicklung Mitteleuropas über tausend Jahre hinweg. Der Islam hingegen spielte in der Zeit kaum eine Rolle. In der jüngeren “Neuzeit” erleben wir im Rahmen der Globalisierung nun eine Zuwanderung anderer Kulturen. In weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens wurde dies als Bereicherung empfunden. Doch gehört der Islam dadurch zu Deutschland? Andere Frage: gehört das Christentum noch zu Deutschland? Immer weniger Menschen sind noch religiös bei uns, doch plötzlich gucken alle?!
Deutschland hat erfolgreich Religion (Christentum) von Politik getrennt! Ebenso haben wir eine Glaubensfreiheit kultiviert, so das jeder an das Glauben darf was er möchte! Ich meine, DAS GEHÖRT ZU DEUTSCHLAND!!! Keine Religion gehört mehr zu Deutschland, sondern die Religionsfreiheit. Ebenso Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Gleichberechtigung! Das diese Rechte noch nicht perfekt in allen Bereichen existent sind ist zwar Fakt, aber das eine breite Masse dahinter steht ebenso!
Eine große Zahl Menschen in diesem Land arbeiten daran, das jeder Glauben und denken darf, was er möchte und das alle ungeachtet ihrer Herkunft gleiche Möglichkeiten haben. Das ist unser Ziel und das gehört zu Deutschland! Schlagworte wie Zwangsehen, Ehrenmorde und Terrorismus, sind Themen die dem Extremismus zuzuschreiben sind und der muss immer Bekämpft werden. Es spielt dabei keine Rolle, aus welchem Lager dieser kommt! Und Menschen ihrer Religionszugehörigkeit nach unter Generalverdacht zu stellen, ist meiner Meinung nach ebenso Extremismus und muss bekämpft werden!

Am Ende feiert man für sich selbst

Sonntag, November 2nd, 2014

Alle drei Monate feiert man als asatru gläubiger Mensch irgendein Fest.
Viele machen ein sehr großes Bohei um die Planung oder auch um den Ort wo man gerne feiern möchte.
In meinen Augen sollte, da jedes Fest auch ein Ritual ist, eine gewisse Wiederholung in sich tragen.
Mir wurde oft von anderen Asatrus bestätigt, dass eine Wiederkehr doch auch eine Festigkeit im Blotablauf und eine innere Sicherheit mit sich bringt.

Ist doch auch das Jahr eine ständige Wiederholung; von den Monaten, den Jahreszeiten, den Geburtstagen, den Hochzeitstagen und auch den Todestagen eines lieben, verstorbenen.
Was aber nicht heißen sollte, dass das Wiederholende monoton und dröge sein muss und sollte!
Aber, wenn man ein ritual abhält, ein Blot gemeinsam feiert, dann ist dieses Ritual auch ein Respecktzollen den jeweiligen Gottheiten, den Nornen, Schutzgeistern und anderen Wesen gegenüber.
Jemand hat mal behauptet, dass beim Bloten ein “Hei Odin, danke für die Hilfe, Heja!” und ein tropfen Met ausreichen, um Dank auszusprechen.
Mh, also wenn ich dann drüber nach denke und mir ein zitat aus der Edda in die Augen fällt: “Gabe will stehts Vergeltung!”
Dann ist ein “Danke für alles!” irgendwie.. ein bißchen dürftig.
Habe ich zum Beispiel vor einer langen Reise Thor darum gebeten, Mjölnir über mich schützend zu halten, damit mir auf der Reise kein Leid geschieht- und mir nichts passiert ist, ich wohlbehalten angekommen bin an meinem Ziel; finde ich ein “Danke!”.. ein bißchen platt. Und irgendwie zu wenig.

Desweiteren hat ein Ritual auch etwas heiliges und kraftspendendes.
Ich brauche also erst mal Zeit um mich zu erden. Find ich eigendlich eine gute Umschreibung für das zur Ruhe kommen und sich darau zu Konzentrieren.
Zu dem Ritus gehört für mich auch ein Einhäseln oder das Kreisziehen, damit ich auch eine visuelle Begrenzung, ja und auch eine mentale Begrenzung wärend des Blotes habe.
Den klassischen Hammerritus finde ich ebenso wichtig, da ort alle vier Himmelsrichtungen ( Hel und Asgard )benannt werden, und Thor darum gebeten wird, alles Üble von einem zu halten.

Ein Ritus hat ja einen Aufbau.
Also mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Man kann, so sehe ich das, nicht mental einfach in ein Blot “einsteigen”- es braucht Zeit.
Ob ein Blot schlecht oder gut ausgefallen ist, merkt man ja eigentlich schon, wenn man am ende an sich bemerkt, dass es einem “gut getan hat” “man Kraft geschöpft hat” “sich auch bedankt hat”.

Kommen wir zum Danken:
Wie ich Anfangs schon zitiert habe:”Gabe will steht´s Vergeltung”, ist es mit dem Geben nicht immer einfach.
Manche kommen zum Blotpkatz und haben schlechterdings ihre Opfergben vergessen, haben kein Geld für einen Apfel oder wollen nichts opfern.
Ich möchte die Menschen nicht bewerten, nicht ihre Gründe, sondern einfach meine Meinung schreiben.., denn in der Edda steht auch in meinen worten ausgedrückt:lieber garnichts als zu viel geopfert.
Wobei ich mit dem garnicht, garnicht erst anfangen möchte.
Ich sage immer danke, weil mir geholfen wird/ wurde und ich bitte auch um hilfe in der Zukunft.
Man geht ja auch nicht zu einem Freund, ohne irgendetwas mit zu bringen, und sei es auch die kleinste Kleinigkeit.
Vieleicht reicht dem Freund eine Geschichte die man erlebt hat, ein Rat oder auch das Zuhören. Aber ganz “leer” besucht man niemanden.
Auch bin ich glaube ich zu extrovertiert, um ein Blot einfach aus der Ferne zu beobachten.
Man sollte etwas tun.
Machen hilft gegen Meckern sage ich gerne.
Denn wer macht, sieht wie schwierig es ist alles unter einen Hut zu bekommen.
Aber dafür hat man ja auch die Zeit vor dem Fest, die Vorbereitungszeit hilf auch mir in mich zu gehen, ruhig an das Fest heran zu gehen, zu Reflektieren was in den Monaten geschen ist, das Jahr mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und man erlebt auch, dass man den Jahreszeiten anders und intensiever begegnet.
Ich habe für meinen Teil gelernt, jeden Monat und jede Jahreszeit für sich selber zu sehen und nicht aus egomanischer Sicht.
Also nicht zu behaupten, dass der Februar, wenn er Eis und Schnee mitbringt einen niedrigeren Stellenwert von mir bekommt als der Juni mit seiner ganzen sommerpracht.
Jeder Tag, Jeder Monat, jeder Jahreszeit hat ihre Zeit, die Wichtig und ja, auch gemeinnützig für sich steht.
Dass kann man auch auf den Menschen münzen mit dem lebt, blotet und denen man begegnet. Jeder hat seine Zeit, Daseinsberechtigung und ist nützlich.
Darum denke ich auch, dass man ganz einfach aus Respeckt etwas “opfert”. Auch Zeit.. also nicht einfach improvisiert.
und aus einem Blot keine monotonische Wiederholung, sondern ein immerwiederkehrendes Ritual macht, dass abgeändert, aber an und für sich, einen Kreislauf in sich tröägt, der sich wie das Jahr wiederholt.

Zu guter Letzt möchteich noch ein Zitat ansprechen, dass mir beim letzten Blot so aus dem Mund geschossen kam:
“Am Ende blotet man immer für sich selbst”, dass soll nicht heißen, dass man ganz egoistisch im Kreis derer Vielen steht; also den Freunden, Verwanten, der Sippe und am Ende schön nur an den eigenen Vorteil denkt, sondern man hat ja keinen Obergoden, Guru
oder Hohepriester, sondern es steht einem jeden Mann Frau, Kind zu sich und das was man umsetzten möchte, in die Planung eines Blotes einzubeziehen!
Man blotet für die Götter, für einen “Fulltrui”, also einen Gott der einem sehr nahe/ am nächsten steht.
Am Ende muss man für sich selber wissen, ob dass was man macht wirklich etwas bringt.
Keine Bitte/ kein Gebet eines anderen Schwurbruders, Schwurschwester, Mitbloters, Gastes, Freundes, Fremden oder gar auch dass eines Feindes kann nicht so viel von einem selber haben wie die/das eigene!
Jeder hat das Recht beim Bloten eine Bitte, ein Gebet zu sagen, aus dem Kreise in die Mitte treten
Jeder soll aus dem Blot gehen mit dem Gefühl auch als eigenständige, freie Person etwas positives/kraftvolles/Gutes mitzunehmen.
Um die Monate im Jahr zu meistern und gekräftigt für die einflüsse im Alltag zu sein.
Am Ende muss man nämlich erst mal die Kraft haben, um ein/e gute/r Mutter, Vater, Freund, Freundin, Kollege, Arbeiter, Chef und Zuhörer/in usw. zu sein.
Darum auch der Kreis beim Bloten, keiner ist irgendwem höher gestellt, jeder hat das selbe Stimmrecht. Demokratisch.
Man dient niemandem.
Am Ende ist es wichtig zu sagen:”Es ist schön mit euch zu Bloten, denn ich merke dass ich gestärkt bin und dass das was wir tuen richtig ist!”
Wenn sich selbst einbringt, dann erlebt man auch das Blot direkt.
dass ist glaube ich das Wichtigste.
Denn Hilfe bekommt man nicht durch Passivität.
Hilfe bekommt man wenn man aktiv wird.
Genauso ist es dann auch mit dem Danken.
Wer gibt und dankt, wird weiterhin Hilfe bekommen.

Dies sei´s für heute.
Lupo

Leben und Leben lassen…

Sonntag, November 2nd, 2014

In unserer Satzung stehen in §2 die Ziele des Vereins. Unter anderem steht dort:

(b) Die Förderung der Mitglieder, nach der Ethik und Moral der germanischen Religion zu leben.

Was ist nun die Ethik und Moral unserer germanischen Religion? Darüber allein könnte man schon eine Abhandlung schreiben! Ein kurzer Umriss meiner Meinung:

1.) Es gibt DIE germanische Religion gar nicht! Es gibt unseren Weg ganzheitlich das Leben zu bestreiten, bei dem wir uns an Götter- und Moralvorstellungen der Menschen des germanischen Sprachstammes in Nord- und Mitteleuropas vor der Christianisierung orientieren. Der Einfachheit halber nannten wir das in der Satzung die germanische Religion…

2.) Wir können nur raten wie es damals hier gewesen ist. Archäologische und literarische Funde geben Hinweise, aber eine profunde Rekonstruktion ist selbst Fachleuten damit kaum möglich.

3.) Wir verlassen uns auf unseren gesunden Menschenverstand und machen uns unser eigenes Bild und idealisieren das dann. Denn wir wollen ja einem höheren Ziel nachgehen und uns verbessern.

Fassen wir zusammen:
Wir wissen das die Menschen in Sippenverbänden zusammen lebten- nicht alle freiwillig, weil Sklaven, aber unter schwersten Lebensbedingungen. Zusammenhalt in der Sippe war also Überlebensnotwendig.
Das erste demokratische Parlament der Welt ging aus dieser Kultur hervor: nämlich das Thing in Island! Unter den Freien muss es also eine gewisse Gleichheit im Stimmrecht gegeben haben.
Dann wissen wir das die Wikinger starke Händler waren die ein recht hohes Ansehen in der Welt genossen. Ein harter aber fairer Umgang miteinander ist dabei denkbar!

Das ist nur die Spitze des Eisbergs! Dies soll jetzt aber Fokus meiner Betrachtung sein. Aus oben Gesagtem interpretiere ich: Für die Mitglieder der Asahood bedeutet das also, das Solidarität, (Stimm-) Gleichheit und Fairness zu unserer Moral gehören sollten! Im Rahmen dessen überlegen wir gerade gemeinsam, ob die Gründung eines Tauschkreises möglich ist. Dabei soll es darum gehen, solidarisch fair miteinander umzugehen und alle gleich zu behandeln- dabei zugleich unser Leben zu erleichtern und bereichern!
Stärke kommt aus Zufriedenheit- wenn wir zufrieden sind haben wir Energie! Es ist sehr zufriedenstellend, wenn man etwas gemacht hat. Jeder der einen Garten oder ein sonstiges Hobby hat wird das kennen: Wenn man am Ende auf das Ergebnis seiner Arbeit schaut, erfährt man eine tiefe Zufriedenheit! Diese gibt einem dann im Alltag die Energie besser sein Tagwerk verrichten zu können! Es ist also für jeden erstrebenswert, ein solches Hobby zu haben, glaube ich.

Des weiteren wünschen wir uns alle gute Qualität für unser Leben. Niemand der etwas aus Liebe macht, wird pfuschen! Wenn man nun beginnt auf den Pfeilern: Solidarität, Fairness und Gleichheit, Leistung und Ware zu tauschen (im Sinne der freundschaftlichen Nachbarschaftshilfe), bereichert man sich doppelt. Zum Ersten erhält man etwas, das man benötigt in guter Qualität. Zum Zweiten kann jeder herausfinden, was er (oder selbstverständlich auch sie! Wir sind ja alle gleich!) kann und diese Fähigkeit entwickeln. Daraus kann ein hohes Maß an Zufriedenheit entstehen die uns stärkt.

Dieses Vorhaben kann um so besser funktionieren, je mehr Menschen und Fähigkeiten man zusammen bringt. Deswegen halte ich es für erstrebenswert das Ganze über die Vereinsgrenzen hinaus zu praktizieren! Ein Tauschkreis der zwar von der Asahood Berlin organisiert wird, aber allen Menschen die seine Ziele akzeptieren und respektieren offen steht. Das ist mein Ziel!

@Daniel

örtliche Gruppe vs. bundesweiter Verein

Sonntag, April 1st, 2012

Für mich schwebt über mir stehts die Frage, ob ich meinen Glauben intensiv nach außen Tragen möchte - Im Sinne großer Feste, mit vielleicht 100 und mehr Personen (siehe Skandinavien) - oder eher im kleineren Kreise mit Familie und Freunden.
Beides hat sicherlich Vor- und Nachteile, wobei jeder für sich selbst entscheiden muß, welche Variante Ihm besser gefällt.

Bereits auf Mittelaltermärkten (wenn auch entsprechenden Handwerker anwesend sind) kann man mitunter diese spezielle Stimmung spüren, die mich stehts wünschen läßt, die Zeltgelage nicht nur als “Kunde” zu erleben. Sicher habe ich wie viele andere, vor und nach mir, mit den Händlern und Handwerkern bis in die frühen Morgenstunden am Lagerfeuer das Horn oder den Becher geteilt, jedoch ist dies stehts nur ein Hauch dieses Gruppengefühls gewesen. Ich selbst habe nie mehr davon benötigt, als es sollche Gelegenheiten ergaben.
Dennoch geben mir besondere Feste wie beispielsweise Mittsommer, welche oftmals in einem größeren Rahmen abgehalten werden, eine besonders intensive Erfahrung. Sicherlich genieße ich gelegentliche Großereignisse wie diese, meistens jedoch suche ich zu den Jahreskreisfesten einen eher “intimen” Rahmen.

Sicherlich muss ich nicht mit allen Anwesenden intensiv befreundet sein, aber ein vertrauter kleiner Kreis ist meiner Meinung nach der angemessene Rahmen um meine Götter und Ahnen zu ehren.
Sicherlich ein kleiner, örtlicher Verein hat keine Ziele, außer dem Ausrichten kleiner Feste und evtl. einiger Stammtische um die Anwesenden näher zusammen zubringen. Jedoch bedeutet es stehts, dass meine Interessen direkt mit der restlichen Gruppe abgestimmt werden können - so kann ich Gruppenfeste feiern und gleichzeitig meinen persöhnlichen Glauben mit nur geringfügigen Einschnitten feiern!
Sicherlich bedeutet es in einigen Fällen, Konflikte und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Dieser Nachteil aller Gruppierungen - egal welcher Größe -

Freya!

Mittwoch, Februar 9th, 2011

Freya!

In ihren Armen werden starke Männer schwach
in Folkvang werden tote Krieger wieder wach
Ihr Name hat so einen Klangvollen Namen
Freya, Herrin, Göttin der Liebe, vom Geschlecht der Vanen

Sie ist so schön und anmutig an zuschaun
wer mit ihr verkehrt, fühlt sich wie in einem Traum
sie hat wunderschöne Augen und einen ganz perfekten Körper
was sie so alles kann- mehr Details? Es bedarf es keine Wörter

Freya, Freya, Göttin der Liebe
Göttin der Magie
so erotisch und mächtig
keine ist so wie sie
eine Göttin voller Anmut
und voller Kraft
so unsagbar wandelbar
wie Tag und Nacht

In Freyas großen Halle
Namens Sessrimnir
kommt die Hälfte der Gefallen und schwören ihr
sie niemals zu verraten nicht mal bei der großen Schlacht
an Ragnarök wird sie beschützt, bis sie zu Ende geht, die Göttermacht

Doch bis dahin sieht man sie auf Hildisvinir reiten
und das Geschehen der Magie wird sie auch bis dahin leiten
in ihrem Falkengewand wird man sie seh´n
Liebende werden um ihren Beistand flehen

Freya ich danke Dir für Deine Gunst
Für die Kraft die Du mir gibst und die Liebeskunst
Du bist zu gegen im Wesen einer jeden Frau
ich sehe Dich, wenn ich ihnen in die Augen schau

Freya, Freya, Göttin der Liebe
Göttin der Magie
so erotisch und mächtig
keine ist so wie sie
eine Göttin voller Anmut
und voller Kraft
so unsagbar wandelbar
wie Tag und Nacht

@Lupo

Mein Glaube

Montag, November 29th, 2010

DIE GÖTTER

Meine Freundin ist Agnostikerin und so kamen in den letzten Jahren immer wieder „religiöse“ Gespräche zustande, in denen sie genau wissen wollte wie ich mir das alles vorstelle. Zuletzt hatten wir beim Sonntagsfrühstück eine Diskussion zum Thema Tod und wie es danach weiter geht.

All diese Unterhaltungen haben mich zum Denken angeregt und da es langsam eine ganze Menge ist kam in mir der Wunsch auf das alles einmal niederzuschreiben. Im Folgenden möchte ich also einen Versuch starten, MEINE Vorstellung und meinen Glauben über den Aufbau der Welt in Worte zu fassen:

Im Herzen bin ich auch Naturwissenschaftler. Es wird also immer etwas Logik mitschwingen- zur Warnung.
Meine Welt wird nicht von einem Gott oder Göttern gelenkt. Doch da sind wir schon recht weit… Was verstehe ich denn unter einem Gott? Ich glaube dass es, ähnlich wie in der Theorie der Physik, verschiedene Dimensionen gibt. Eine davon ist die Unsrige. Alles Physikalische also. Eine weitere ist die spirituelle Welt, wie ich sie in Ermangelung eines besseren Begriffes nenne. In dieser existieren die Götter. Wir Menschen haben irgendwann in unserer Evolution das Hamingja entwickelt. Diesen Begriff entlehne ich aus der nordischen Mythologie wo er den Teil unseres Seins beschreibt der mit unserem Wyrd in Kontakt steht. Hamingja wird in einigen Büchern mit „Schutzgeist“ übersetzt, was ich auch irgendwie treffend finde. Für mich ist das Hamingja die Antenne in die Spirituelle Welt. Sie ermöglicht uns die Kommunikation mit den Göttern und beherbergt unsere „Seele“. Es ist der Teil von uns den wir den Tieren voraus haben. Dies sage ich ganz ohne Wertung, es ist einfach evolutionäres Glück gewesen, wie unsere Daumen. Unser Hamingja kam also irgendwann dazu und verwirrt uns seit dem immer noch. Es ist ein Teil in uns mit dem wir nichts anfangen können, weil er sich unserer Erfahrungswelt in dieser Dimension gänzlich entzieht. Dennoch spüren ihn viele Menschen deutlich und haben das Bedürfnis ihn zu nutzen. Das Bedürfnis zur Religion war geboren, das viele Menschen seit tausenden von Jahren empfinden. Die Verbindung zum Tod liegt dabei auf der Hand. Auch der Tod ist etwas das uns gänzlich unbekannt und unvorstellbar ist und daher fällt es leicht diese beiden unbekannten Komponenten miteinander zu verbinden.
Wir „wissen“ nun also wo die Götter existieren und womit wir mit ihnen in Kontakt kommen können. Wie das Reich der Götter aussieht können wir uns nun weder vorstellen noch beschreiben. Man kann nicht erleuchtet werden und es blicken. Es ist so, als wolle man Radiowellen beschreiben, ohne Wasser zu kennen. Wir haben einfach kein ähnliches Gegenstück in unserer Welt dafür und wir können nur Dinge beschreiben, von denen wir ein existierendes Gegenstück in unserer Welt haben. Die Götter existieren also auf einer Ebene die wir nicht erfassen können. Daher wurden in den vielen Religionen so verschiedene Beschreibungen entwickelt. Ob es nur einer ist oder mehrere wage ich nicht zu entscheiden. Aber es ist wahrscheinlicher (wieder der Physiker) dass in einer ganzen Dimension mehr als ein Wesen existiert. Jeder Volksgruppe hat nun aus ihrer Erfahrungswelt, also ihrer natürlichen Umgebung, eine Vorstellung entwickelt, wie die Götter sind. Wieder sage ich, ich weiß nicht ob alle Götterwesen verschieden sind oder die selben Götter von den Menschen nur verschiedene Namen erhalten haben. Das spielt aber eigentlich auch keine Rolle. Die Götter sind da und wir können mit ihnen in Kontakt treten. Doch was vermögen sie zu tun? Ich meine einiges aber bei weitem nicht alles. Ein allmächtiger Gott ist eine nette Phantasie, mit der sich leicht die Last des Alltages vor 1000 Jahren ertragen lässt. Götter die Sünde bestrafen sind ein nettes Werkzeug, Menschen unter Kontrolle zu halten, denn Gott sieht alles! Doch was können Götter wirklich? Können sie zu uns sprechen, das Wetter beeinflussen? Über unser Hamingja können Götter auf uns einwirken. In wie weit das hängt davon ab, was wir ihnen erlauben. Denn es ist wie bei so vielen Dingen im Leben. Es funktioniert nur wenn wir unseren physischen Verstand ausschalten und unsere Gedanken zum schweigen bringen. Diese Erkenntnis hat wohl irgendwann auch die großen Religionen ereilt, denn nicht umsonst ist diese Technik in fernöstlichen Philosophien Standard. Und selbst die Christen haben dies mit ihren Mönchen in Klöstern umgesetzt. So kann man also von einem Gott erfüllt werden und der Gott kann so durch einen sprechen.
Direkte Einwirkung auf die physische Welt halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Aber was können sie denn nun noch, das ein Beten und Opfern sich lohnt? Ich glaube die Götter können das Örlog beeinflussen, welches eng mit unserem Wyrd zusammen hängt. Bevor wir aber diese Begriffe erörtern, müssen wir zunächst klären wie die Welt funktioniert…

DAS SCHICKSAL

Wonach funktioniert denn nun die Welt? Die zehn Gebote, neun noble Tugenden,das Gesetz des Stärkeren? Ich meine von allem etwas. Die germanischen Menschen bezeichneten diese Ströme als Runen. Die runischen Ströme regeln den Fluss des Örlog. Örlog? Schon wieder dieses komische Wort! Das Örlog ist der Strom des Geschehens aller Dinge in allen Welten. Es ist das was dem Begriff des Schicksals am nächsten kommt. Man kann sich aber das ganze als breiten Fluss vorstellen in dem wir alle schwimmen. Aber wir sind kein Plankton, sondern können etwas paddelt und so in gewissen Rahmen unsere Schwimmrichtung bestimmen. Man sieht hier wieder eindrucksvoll, wie ich eine ähnliche Entsprechung unserer Welt für ein übergreifendes Prinzip verwende. Aber weiter im Text. Ich erwähnte oben noch den Begriff des Wyrd. Das Wyrd ist eine kleine Strömung im Örlog die wir bewusst oder unbewusst erzeugen. Es erlaubt uns also gewissermaßen zu paddeln. Unsere Position im Örlog geben wir meiner Vorstellung nach an unsere Ahnen weiter. So ist diese Position durch alle unsere Vorfahren entstanden und geprägt. Wir sind also heute, so wie sie es auch waren, am Leben unserer Ahnen beteiligt. Doch dazu später mehr. Wie weit wir im Strom des Örlog kommen beeinflusst nun auch unser Verhalten. Wenn wir uns mit den runischen Kräften bewegen geht es leichter und wir kommen weiter. Dies gilt auch für die Götter, weswegen im Mythos Odin sich mit den Runen vertraut machte. Tiefer in die Thematik der Runen einzudringen überlasse ich lieber anderer Literatur, es gibt einige gute Bücher darüber und auch nur ein kleiner Umriss würde den Rahmen eines so kleinen Artikels sprengen.

DER TOD UND DIE AHNEN

Ich erwähnte bereits, das wir unsere Position im Örlog an unsere Ahnen weitergeben. Doch was passiert den nun wenn wir sterben. Wenn man sich in den Weltanschauungen umsieht erkennt man einen Konsens bei den Meisten: wir gehen in die spirituelle Welt über. Ich glaube es gibt ein Teil dieser spirituellen Welt den unsere Ahnen Hel nannten, in den ein großer Teil unseres spirituellen Seins eingeht. Das Ganze stelle ich mir ähnlich dem Gaya-Prinzip vor. Individuelle Grenzen geben wir auf und werden zu einem großen, angenehmen Ganzen. Eine Existenz in Frieden und Entspannung. Das was die Christen wohl Himmel nennen. Einen Teil unserer Selbst geben wir allerdings schon dann ab, wenn wir einen Nachkommen zeugen oder erwählen. Unsere Kinder erhalten etwas aus unserem Hamingja in das ihre und wenn wir sterben dann zieht ein Teil unserer Seele in das Hamingja unserer Nachkommen, in dem wir bis ans Ende der Tage existieren. Somit können wir über unser Hamingja mit unseren Ahnen kommunizieren. Ein Grund für den Ahnenkult, den viele Religionen betrieben und auch wir betreiben. Wie schon oben erwähnt besitzen Tiere kein Hamingja und gehen somit auch nicht in Hels reich ein. Wieder will ich betonen das dies kein Abwertung von Tieren bedeutet, sondern lediglich eine Beschreibung meiner Ansichten ist. Die meisten Tiere haben auch keine Stimme, oder wie schon oben erwähnt keinen Daumen. Dennoch sind die meisten fühlende Wesen und müssen auch als solche behandelt werden!

DAS BLOT

Das Blot ist eine Opferhandlung die wir Asatrus zur Kommunikation mit den Göttern betreiben. Beim Blot versetzen wir uns mit bestimmten Ritualen in Stimmungen die wir über unser Hamingja zu den Göttern weitergeben. Im Opfer schwingt dann immer ein gewisses Interesse mit welches an einen gewissen Einsatz gebunden ist, den wir dafür erbracht haben. Dieser Einsatz ist es den die Götter erfahren und belohnen indem sie wohlwollen auf unser Örlog Einfluss nehmen. Doch warum sollten sie das tun? Ich denke sie empfinden den Kontakt mit unserer Welt und uns als Menschen als angenehm und je mehr positive Energie sie von uns erhalten, desto mehr sind sie bereit uns zurück zu geben. Platt gesagt ist das ganze Entertainment für die Götter. Sie brauchen das und uns nicht, aber sie mögen es. Deswegen sind die Götter auch noch da- über tausend Jahre hat kaum jemand Odin angebetet und dennoch ist er heute so präsent wie damals! Ein Blot ist also ein geben und nehmen, so wie alles in der Welt. Wie sagt Lupo immer so treffend: Gabe will stets Gegengabe!

Daniel

ein Ahnenfest

Montag, November 22nd, 2010

Gestern war der Novembervollmond. In Anbetracht der zunehmenden Dunkelheit kam Lupo der Gedanke an diesem Tag ein Ahnenfest zu begehen. Also trafen wir beide uns gestern am frühen Nachmittag und machten einen gemütlichen Spaziergang durch den Tegeler Forst. Wir unterhielten uns gut und stellten fest, dass der Tag aufgrund dieses Treffens insgesamt für uns im Sinne der Ahnen verlaufen war. Gedanken waren viel um sie gekreist und dies führte zu einer gewissen Verbundenheit. So erreichten wir bei schönsten Herbstwetter eine nette Stelle am See an der wir eine Kerze im Andenken entzündeten und im Anschluss opferten wir den Ahnen noch etwas süßes, teils selbst gebackenes. Dabei ging langsam die Sonne unter und der Mond auf. Der Besuch eines freifliegenden Kolkraben gab uns ein weiteres Highlight und so gingen wir etwas frierend aber Selig in Richtung Heimat.
novembermond

Uns ist klar das es sich bei Novembermond (Namen hab ich grad erfunden) also beim Ahnenfest zu Novembermond (Vollmond) um kein traditionelles Fest handelt. Es ist vielmehr eine intuitive Entwicklung aus unserem gelebten Glauben. Und wir finden dies hat mindesten genausoviel Legitimation wie eine verstaubte Textquelle- wir machen ja kein Glaubensreenactment sondern leben eine alte Religion…

Daniel

Am Ende feiert man für sich selbst

Dienstag, Juli 6th, 2010

Alle drei Monate feiert man als asatru gläubiger Mensch irgendein Fest.
Viele machen ein sehr großes Bohei um die Planung oder auch um den Ort wo man gerne feiern möchte.
In meinen Augen sollte, da jedes Fest auch ein Ritual ist, eine gewisse Wiederholung in sich tragen.
Mir wurde oft von anderen Asatrus bestätigt, dass eine Wiederkehr doch auch eine Festigkeit im Blotablauf und eine innere Sicherheit mit sich bringt.
Ist doch auch das Jahr eine ständige Wiederholung; von den Monaten, den Jahreszeiten, den Geburtstagen, den Hochzeitstagen und auch den Todestagen eines lieben, verstorbenen.
Was aber nicht heißen sollte, dass das Wiederholende monoton und dröge sein muss und sollte!
Aber, wenn man ein Ritual abhält, ein Blot gemeinsam feiert, dann ist dieses Ritual auch ein Respecktzollen den jeweiligen Gottheiten, den Nornen, Schutzgeistern und anderen Wesen gegenüber.
Jemand hat mal behauptet, dass beim Bloten ein “Hei Odin, danke für die Hilfe, Heja!” und ein tropfen Met ausreichen, um Dank auszusprechen.
Mh, also wenn ich dann drüber nach denke und mir ein zitat aus der Edda in die Augen fällt: “Gabe will stehts Vergeltung!”
Dann ist ein “Danke für alles!” irgendwie.. ein bißchen dürftig.
Habe ich zum Beispiel vor einer langen Reise Thor darum gebeten, Mjölnir über mich schützend zu halten, damit mir auf der Reise kein Leid geschieht- und mir nichts passiert ist, ich wohlbehalten angekommen bin an meinem Ziel; finde ich ein “Danke!”.. ein bißchen platt. Und irgendwie zu wenig.
Desweiteren hat ein Ritual auch etwas heiliges und kraftspendendes.
Ich brauche also erst mal Zeit um mich zu erden. Find ich eigendlich eine gute Umschreibung für das zur Ruhe kommen und sich darau zu Konzentrieren.
Zu dem Ritus gehört für mich auch ein Einhäseln oder das Kreisziehen, damit ich auch eine visuelle Begrenzung, ja und auch eine mentale Begrenzung wärend des Blotes habe.
Den klassischen Hammerritus finde ich ebenso wichtig, da dort alle vier Himmelsrichtungen ( Hel und Asgard )benannt werden, und Thor darum gebeten wird, alles Üble von einem zu halten.
Ein Ritus hat ja einen Aufbau.
Also mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Man kann, so sehe ich das, nicht mental einfach in ein Blot “einsteigen”- es braucht Zeit.
Ob ein Blot schlecht oder gut ausgefallen ist, merkt man ja eigentlich schon, wenn man am Ende an sich bemerkt, dass es einem “gut getan hat” “man Kraft geschöpft hat” “sich auch bedankt hat”.
Kommen wir zum Danken:
Wie ich Anfangs schon zitiert habe:”Gabe will steht´s Vergeltung”, ist es mit dem Geben nicht immer einfach.
Manche kommen zum Blotplatz und haben schlechterdings ihre Opfergaben vergessen, haben kein Geld für einen Apfel oder wollen nichts opfern.
Ich möchte die Menschen nicht bewerten, nicht ihre Gründe, sondern einfach meine Meinung schreiben.., denn in der Edda steht auch in meinen Worten ausgedrückt: lieber garnichts als zu viel geopfert.
Wobei ich mit dem garnicht, garnicht erst anfangen möchte.
Ich sage immer danke, weil mir geholfen wird/ wurde und ich bitte auch um hilfe in der Zukunft.
Man geht ja auch nicht zu einem Freund, ohne irgendetwas mit zu bringen, und sei es auch die kleinste Kleinigkeit.
Vieleicht reicht dem Freund eine Geschichte die man erlebt hat, ein Rat oder auch das Zuhören. Aber ganz “leer” besucht man niemanden.
Auch bin ich glaube ich zu extrovertiert, um ein Blot einfach aus der Ferne zu beobachten.
Man sollte etwas tun.
Machen hilft gegen Meckern sage ich gerne.
Denn wer macht, sieht wie schwierig es ist alles unter einen Hut zu bekommen.
Aber dafür hat man ja auch die Zeit vor dem Fest, die Vorbereitungszeit hilf auch mir in mich zu gehen, ruhig an das Fest heran zu gehen, zu Reflektieren was in den Monaten geschen ist, das Jahr mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und man erlebt auch, dass man den Jahreszeiten anders und intensiever begegnet.
Ich habe für meinen Teil gelernt, jeden Monat und jede Jahreszeit für sich selber zu sehen und nicht aus egomanischer Sicht.
Also nicht zu behaupten, dass der Februar, wenn er Eis und Schnee mitbringt einen niedrigeren Stellenwert von mir bekommt als der Juni mit seiner ganzen sommerpracht.
Jeder Tag, Jeder Monat, jeder Jahreszeit hat ihre Zeit, die Wichtig und ja, auch gemeinnützig für sich steht.
Dass kann man auch auf den Menschen münzen mit dem lebt, blotet und denen man begegnet. Jeder hat seine Zeit, Daseinsberechtigung und ist nützlich.
Darum denke ich auch, dass man ganz einfach aus Respeckt etwas “opfert”. Auch Zeit.. also nicht einfach improvisiert.
und aus einem Blot keine monotonische Wiederholung, sondern ein immerwiederkehrendes Ritual macht, dass abgeändert, aber an und für sich, einen Kreislauf in sich tröägt, der sich wie das Jahr wiederholt.
Zu guter Letzt möchteich noch ein Zitat ansprechen, dass mir beim letzten Blot so aus dem Mund geschossen kam:
“Am Ende blotet man immer für sich selbst”, dass soll nicht heißen, dass man ganz egoistisch im Kreis derer Vielen steht; also den Freunden, Verwanten, der Sippe und am Ende schön nur an den eigenen Vorteil denkt, sondern man hat ja keinen Obergoden, Guru
oder Hohepriester, sondern es steht einem jeden Mann Frau, Kind zu sich und das was man umsetzten möchte, in die Planung eines Blotes einzubeziehen!
Man blotet für die Götter, für einen “Fulltrui”, also einen Gott der einem sehr nahe/ am nächsten steht.
Am Ende muss man für sich selber wissen, ob dass was man macht wirklich etwas bringt.
Keine Bitte/ kein Gebet eines anderen Schwurbruders, Schwurschwester, Mitbloters, Gastes, Freundes, Fremden oder gar auch dass eines Feindes kann nicht so viel von einem selber haben wie die/das eigene!
Jeder hat das Recht beim Bloten eine Bitte, ein Gebet zu sagen, aus dem Kreise in die Mitte treten
Jeder soll aus dem Blot gehen mit dem Gefühl auch als eigenständige, freie Person etwas positives/kraftvolles/Gutes mitzunehmen.
Um die Monate im Jahr zu meistern und gekräftigt für die einflüsse im Alltag zu sein.
Am Ende muss man nämlich erst mal die Kraft haben, um ein/e gute/r Mutter, Vater, Freund, Freundin, Kollege, Arbeiter, Chef und Zuhörer/in usw. zu sein.
Darum auch der Kreis beim Bloten, keiner ist irgendwem höher gestellt, jeder hat das selbe Stimmrecht. Demokratisch.
Man dient niemandem.
Am Ende ist es wichtig zu sagen:”Es ist schön mit euch zu Bloten, denn ich merke dass ich gestärkt bin und dass das was wir tuen richtig ist!”
Wenn sich selbst einbringt, dann erlebt man auch das Blot direkt.
dass ist glaube ich das Wichtigste.
Denn Hilfe bekommt man nicht durch Passivität.
Hilfe bekommt man wenn man aktiv wird.
Genauso ist es dann auch mit dem Danken.
Wer gibt und dankt, wird weiterhin Hilfe bekommen.
Dies sei´s für heute.
Lupo