Archive for April, 2009

Loki

Sonntag, April 19th, 2009

Loki
- der am ehesten vergessene/ und von vielen Asatruern verachteste Gott:

Viele der mir bekannten Asatruern oder besser als „nordisch Göttergläubig“ beschriebenen Menschen,
verachten den Gott Loki oder meiden ihm Respekt beim Bloten oder Sumbeln zukommen zu lassen.
Jedoch möchte ich anmerken, dass es ohne Loki im Grunde ziemlich langweilig im Götterreich aussehen würde.
ein paar Beispiele Gefällig?
Gäbe es Loki und seine, sagen wir mal „Taten“ nicht, gäbe es 1.keine Burg, 2. keinen Gungnir für Odin, 3. kein 8 beiniges Pferd Sleipnir 4. nicht den Hammer Thors (Mjöllnir ) und auch die Fahrten des Thors wären erst gar nicht zu Stande gekommen oder würden ganz anders Anfangen und Enden.
Loki ist sozusagen der Schmied der Geschichte(n).
Der, der agiert und etwas tut, Götter mit einbezieht und etliche Geschehnisse auch zu persönlichen „Reisen“ macht, so dass sich einzelne Götter auch mit den „Problemen“, welche Loki verursacht; „rumschlagen“ müssen.
Was wäre nur die Edda ohne die Midgardschlange oder den Fenriswolf, die, so glauben viele Asatruar, das Böse in Riesentiergestalten sind- jedoch sind sie ja auch Schlüssel, die zur Neuwerdung der Welt(en) erheblich beitragen.
Odin selber muss ja wissen was bei der Ragnarök geschieht, er ist allwissend.
Jedoch wird er wie Thor sich seinem „größtem Widersacher“ stellen, um Platz für eine neue Ära, nämlich die des Baldurs, zu machen.
Was wäre auch unser Allvater Odin ohne Seiner, mit Ihm kann er durch alle 9! Welten reiten?
Nur durch die Verwandlung Lokis und seinem Gebären Sleipnirs, kann Odin durch die Welten reiten.
Loki ist so zu sagen verantwortlich für das Schicksal der Götter. Dass macht ihn mir in meinen Augen eher sympathisch, als dass er für mich „christlich betrachtet dämonisch“ wäre.
Er ist Teil des Schicksalsrades, dass sich unaufhaltsam dreht- er, Loki, lebt eine sehr wichtige Rolle darin!
Des Weiteren wird Loki von vielen vorgeworfen, dass er an Baldurs tot maßgeblich schuld sei.
Nun ja, dass ist so gesehen auch nicht gerade richtig.
Wie wir wissen haben alle Tiere, Pflanzen und Kreaturen aller Welten geschworen, Baldur niemals ein Leid zuführen zu wollen.
Bis auf die Mistel, die völlig übersehen und nicht um einen Schwur gebeten wurde.
Es kam also zum Wettstreit, zu einem ganz bekannten Fehler, den auch wir Menschen machen, wenn wir denken, dass wir in einigen Situationen Geschützt/Unverwundbar sind (Physisch oder Psychisch sei mal dahin gestellt)
Die Götter versuchen nun also mit allerlei Pflanzen und Ästen und, sagen wir es mal ganz frei heraus, mit allem was geradeaus fliegt auf Baldur zu schießen.
Loki weiß von der Mistel/ hat alles eingefädelt- aber nicht aus Böswilligkeit!, und übergibt dem blinden Hönur nun den Mistelzweig.
Es kommt wie es von allen Asatruaren schon oft gelesen wurde: Baldur stirbt.
Das ist für viele Asen- und Vanengläubigen eine Tragödie und es wird oft vom „bösen“ oder „listigen“ Loki gesprochen.
Ich sehe es anders.
Loki muss wissen, dass die Ragnarök in ferner Zukunft statt findet. Diese erleben wir auch nicht mehr- so hoffe ich, ganz egoistisch denkend.
Jedoch opfert er Baldur, er lässt ihn für sich töten.
Viele, sagen, dass in diesem Falle dann Loki auch noch feige gehandelt hätte, weil er es nicht selber getan hat.
Jedoch denke ich, dass, wenn es Loki persönlich getan hätte, wäre er im Affekt einfach noch auf dem Schießplatz umgebracht worden.
Dies musste Loki verhindern. Um seiner Bestimmung folgend noch ein wenig weiter leben zu müssen.
Später, als Hermodr auf Sleipnirs Rücken, nach Hel reitet, um zu bitten das Baldur wieder unter den Göttern leben kann. stellt sich Loki diesem in den Weg, verkleidet als Tokk die alte Hexe, und sagt, dass sie nicht um Baldur weine.
Sie ist das einzige Wesen, das die Rückkehr Baldurs in die Reihen der Götter verwehrt.
Warum?
Meiner Ansicht nach weiß Loki, dass er einem Plan, dem Schicksal, dem Orlög folgend, so handeln muss.
Loki hat für mein Empfinden Größe, denn er macht die Dinge wieder in vielen Fällen so, wie die Götter es als „richtig“ empfinden, nur dass die Götter dank des Geschehens und Lokis Hilfe, eine Errungenschaft meistens mehr haben.

Desweiteren ist auch Loki für mich, was das gestalten-verändern betrifft, am besten bewandert zu sein scheint, oder, sagen wir es für die Odinisten netter, für ausgereifter und- kompletter.
Odin verwandelt sich in vielen Sagen, Mythen und Geschichten in viele erdenkliche Gestalten, jedoch fehlt ihm oft ein Auge dabei.
Mal das rechte, mal das Linke.
Wenn er als Grimnir getarnt nach Midgardr kommt, dann trägt er einen Schlapphut und einen blauen, wallenden Mantel.
Nun, wir wissen das, der Mensch oder die Kreatur, die ihn sieht, erkennt ihn nicht, weil er das nicht will, jedoch gibt sich Odin fast immer zu erkennen. Spätestens im Tod des auf die Probegestellten Königs.
Loki ist mal Fisch, mal Stute, mal eine Hexe.
Er fällt nicht auf.
Thor, der seinen Hammer wieder holt, fällt, obwohl er als „Braut“ verkleidet ist, bei den Riesen auf. Weil er so viel ist und sich beim Trinken nicht zurückhält.
Thor ist in meinen Augen überhaupt kein Gestaltverwandler.
Dass muss er auch nicht, weil seine Aufgaben dies nicht von ihm verlangen.
Gerade wenn man über oder von Magie spricht, müsste man Loki als „Zauberkundig“ oder wenigsten, „Gestaltwanderisch“ nennen.
Ich denke auch, da er oft mir mit Feuer in Verbindung gebracht wird, und man, wenn man im ersten Moment dir Taten Lokis erlebt eine riesen Wut bekommt, dass man auch von extatischer Wut reden darf.
Loki weiß dies also auch hervorzurufen.
Nicht jeder kann von sich behaupten, Geschöpfe um sich herum von dem einen auf den andern Augenblick ganz gegen sich aufzuwiegeln.
Durch einen bösen Satz WILL Loki dass selbst sein bester Leumund- Thor nicht mehr zu ihm halten mag.
In der von mir nur kurz angedeuteten Geschichte, der Lokasenna - den Zankreden Lokis, wird Loki von vielen, gar Asatruars, als „listig- und von vielen als fast teuflisch tituliert.
Man müsste davon ausgehen, dass die Götter in den Werten und der Moral schon christianisierte Züge hätten, dies ist aber nicht so!
Loki macht dies alles, um auf Ragnarök hin zu arbeiten.
Er ist ein Schlüssel, ohne den wir wohl nicht auf ein Ende der Welten und auf das danach folgende Hinzusteuern würden.
Es muss so sein wie es ist.
Wut ist, bei den Germanen schon in Odins wilden Jagd, die in den 12 Julnächten Reitet mehr als nur mäßig vertreten.
Wut ist wichtig für den Berserkergang und die daraus resultierende Immunisierung von Schmerzen in jeglicher Hinsicht.
Viel Buchheiden oder Internetheiden, die nicht raus in die Naturgehen und bei Sommerfesten nicht durch hohes Gras gehen, man verzeihe mir den bissigen Unterton, behaupten gar, dass Loki eher der Gott der Mörder und Strolchdiebe sei.
Aber einen gewöhnlichen Mörder, der aus Nichtigkeiten wie innere Unzufriedenheit oder überhöhtem Gewaltpotenzial, mit einem Gott wie Loki gleich zu setzen, finde ich schon eine Frechheit.
Ein Gott handelt nicht in einem persönlichen Radius, er lässt es ggf. so erscheinen.
Ein Gott ist sich dessen bewusst was er tut- und für wen er es tut.
Für das Schicksal der Welt.
Würden nun auch noch Leute darauf kommen, dass, wenn nicht gewöhnliche Mörder, besten Falls Terroristen Loki als ihren „Fulltrui“ ansehen könnten.
Das muss ich auch verneinen, denn Terrorist tuen das, was im Allgemeinen der Gesellschafft, der Allgemeinheit schadet- auf kurze Sicht wie auf Dauer.
Loki agiert auf kurze Sicht betrachtet für sich. Auf Langer Sicht gesehen für alle Welten unseres ( Glaubens)-Kosmos.
Ich bin der Meinung dass jeder, der mit Sprechen und Handeln, Rhetorik oder Überzeugung im Alltag zu tun hat und Hilfe braucht, Loki anrufen sollte.
Um Hilfe bitten sollte.
Denn wer braucht nicht die Ausdauer, den Witz und am Ende noch, wenn man bis zur Ragnarök schaut, wie Loki sie an den Tag legt.
Der Weg dort hin hat Höhen und Tiefen und kann auch Schmerzhaft bis fast Unerträglich sein.
Aber am Ende ist Loki, für sich, der Gewinner für alle Welten.
Und wer möchte nicht der Gewinner bei einer Verhandlung sein.
Spitzhuttragende würden mich nun wohl darauf hinweisen, oder, wenn ein Stein zu gegen wäre, mich wohl mit jenem bewerfen wollen, weil ich weder irgend einen Text zitiere noch sage, dass das, was ich schreibe von meinem Opa fünften Gerades überliefert wurde und ich sein Pergament Papier im Keller neben der Zentralheizung gefunden habe.
Nun, leider nicht, mein Wissen ist, gerade so alt wie ich diesen Text geschrieben habe.
Ich habe mich Abends hingesetzt und mal die Edda von Simrock, die Snorra-Edda und die Yngla-Saga gelesen.
Und dass ist dabei heraus gekommen.
Ich interessiere mich für die Götter, weil ich an sie glaube.
Ich muss, weil ich glaube, nicht BELEGEN.
Weil Glauben nichts mit Seitenzahlen und Zitieren von Verstaubten Büchern zu tun hat.
Meine Seiten waren ein Plädoyer für den von vielen angeklagten Gott Loki, der viel zu wenig Beachtung bekommt.
Belegt wie man ihm opfert oder dankt ist nicht, aber ich denke mal dass er Fisch mag, das Feuer, Hafer und auch Met, weil er ja mit Thor immer unterwegs ist.
Abschließend möchte ich nur noch schreiben, dass alles was ich geschrieben habe, nicht der „einzigen Wahrheit“ sondern nur meine eigene Glaubenswelt und Meinung entspricht.
Im Gegensatz zu anderen aber akzeptiere ich andere Glaubens- oder Interpretationsvorstellungen voll und ganz, denn Glauben kann man nicht lesen oder Tasten, man muss ihn er-leben.
Mit diesen Worten schließe ich meinen Gedankengang über Loki und lege ein paar Haferkleie in die Opferschüssel im Garten.

Lupo