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Am Ende feiert man für sich selbst

Dienstag, Juli 6th, 2010

Alle drei Monate feiert man als asatru gläubiger Mensch irgendein Fest.
Viele machen ein sehr großes Bohei um die Planung oder auch um den Ort wo man gerne feiern möchte.
In meinen Augen sollte, da jedes Fest auch ein Ritual ist, eine gewisse Wiederholung in sich tragen.
Mir wurde oft von anderen Asatrus bestätigt, dass eine Wiederkehr doch auch eine Festigkeit im Blotablauf und eine innere Sicherheit mit sich bringt.
Ist doch auch das Jahr eine ständige Wiederholung; von den Monaten, den Jahreszeiten, den Geburtstagen, den Hochzeitstagen und auch den Todestagen eines lieben, verstorbenen.
Was aber nicht heißen sollte, dass das Wiederholende monoton und dröge sein muss und sollte!
Aber, wenn man ein Ritual abhält, ein Blot gemeinsam feiert, dann ist dieses Ritual auch ein Respecktzollen den jeweiligen Gottheiten, den Nornen, Schutzgeistern und anderen Wesen gegenüber.
Jemand hat mal behauptet, dass beim Bloten ein “Hei Odin, danke für die Hilfe, Heja!” und ein tropfen Met ausreichen, um Dank auszusprechen.
Mh, also wenn ich dann drüber nach denke und mir ein zitat aus der Edda in die Augen fällt: “Gabe will stehts Vergeltung!”
Dann ist ein “Danke für alles!” irgendwie.. ein bißchen dürftig.
Habe ich zum Beispiel vor einer langen Reise Thor darum gebeten, Mjölnir über mich schützend zu halten, damit mir auf der Reise kein Leid geschieht- und mir nichts passiert ist, ich wohlbehalten angekommen bin an meinem Ziel; finde ich ein “Danke!”.. ein bißchen platt. Und irgendwie zu wenig.
Desweiteren hat ein Ritual auch etwas heiliges und kraftspendendes.
Ich brauche also erst mal Zeit um mich zu erden. Find ich eigendlich eine gute Umschreibung für das zur Ruhe kommen und sich darau zu Konzentrieren.
Zu dem Ritus gehört für mich auch ein Einhäseln oder das Kreisziehen, damit ich auch eine visuelle Begrenzung, ja und auch eine mentale Begrenzung wärend des Blotes habe.
Den klassischen Hammerritus finde ich ebenso wichtig, da dort alle vier Himmelsrichtungen ( Hel und Asgard )benannt werden, und Thor darum gebeten wird, alles Üble von einem zu halten.
Ein Ritus hat ja einen Aufbau.
Also mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Man kann, so sehe ich das, nicht mental einfach in ein Blot “einsteigen”- es braucht Zeit.
Ob ein Blot schlecht oder gut ausgefallen ist, merkt man ja eigentlich schon, wenn man am Ende an sich bemerkt, dass es einem “gut getan hat” “man Kraft geschöpft hat” “sich auch bedankt hat”.
Kommen wir zum Danken:
Wie ich Anfangs schon zitiert habe:”Gabe will steht´s Vergeltung”, ist es mit dem Geben nicht immer einfach.
Manche kommen zum Blotplatz und haben schlechterdings ihre Opfergaben vergessen, haben kein Geld für einen Apfel oder wollen nichts opfern.
Ich möchte die Menschen nicht bewerten, nicht ihre Gründe, sondern einfach meine Meinung schreiben.., denn in der Edda steht auch in meinen Worten ausgedrückt: lieber garnichts als zu viel geopfert.
Wobei ich mit dem garnicht, garnicht erst anfangen möchte.
Ich sage immer danke, weil mir geholfen wird/ wurde und ich bitte auch um hilfe in der Zukunft.
Man geht ja auch nicht zu einem Freund, ohne irgendetwas mit zu bringen, und sei es auch die kleinste Kleinigkeit.
Vieleicht reicht dem Freund eine Geschichte die man erlebt hat, ein Rat oder auch das Zuhören. Aber ganz “leer” besucht man niemanden.
Auch bin ich glaube ich zu extrovertiert, um ein Blot einfach aus der Ferne zu beobachten.
Man sollte etwas tun.
Machen hilft gegen Meckern sage ich gerne.
Denn wer macht, sieht wie schwierig es ist alles unter einen Hut zu bekommen.
Aber dafür hat man ja auch die Zeit vor dem Fest, die Vorbereitungszeit hilf auch mir in mich zu gehen, ruhig an das Fest heran zu gehen, zu Reflektieren was in den Monaten geschen ist, das Jahr mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und man erlebt auch, dass man den Jahreszeiten anders und intensiever begegnet.
Ich habe für meinen Teil gelernt, jeden Monat und jede Jahreszeit für sich selber zu sehen und nicht aus egomanischer Sicht.
Also nicht zu behaupten, dass der Februar, wenn er Eis und Schnee mitbringt einen niedrigeren Stellenwert von mir bekommt als der Juni mit seiner ganzen sommerpracht.
Jeder Tag, Jeder Monat, jeder Jahreszeit hat ihre Zeit, die Wichtig und ja, auch gemeinnützig für sich steht.
Dass kann man auch auf den Menschen münzen mit dem lebt, blotet und denen man begegnet. Jeder hat seine Zeit, Daseinsberechtigung und ist nützlich.
Darum denke ich auch, dass man ganz einfach aus Respeckt etwas “opfert”. Auch Zeit.. also nicht einfach improvisiert.
und aus einem Blot keine monotonische Wiederholung, sondern ein immerwiederkehrendes Ritual macht, dass abgeändert, aber an und für sich, einen Kreislauf in sich tröägt, der sich wie das Jahr wiederholt.
Zu guter Letzt möchteich noch ein Zitat ansprechen, dass mir beim letzten Blot so aus dem Mund geschossen kam:
“Am Ende blotet man immer für sich selbst”, dass soll nicht heißen, dass man ganz egoistisch im Kreis derer Vielen steht; also den Freunden, Verwanten, der Sippe und am Ende schön nur an den eigenen Vorteil denkt, sondern man hat ja keinen Obergoden, Guru
oder Hohepriester, sondern es steht einem jeden Mann Frau, Kind zu sich und das was man umsetzten möchte, in die Planung eines Blotes einzubeziehen!
Man blotet für die Götter, für einen “Fulltrui”, also einen Gott der einem sehr nahe/ am nächsten steht.
Am Ende muss man für sich selber wissen, ob dass was man macht wirklich etwas bringt.
Keine Bitte/ kein Gebet eines anderen Schwurbruders, Schwurschwester, Mitbloters, Gastes, Freundes, Fremden oder gar auch dass eines Feindes kann nicht so viel von einem selber haben wie die/das eigene!
Jeder hat das Recht beim Bloten eine Bitte, ein Gebet zu sagen, aus dem Kreise in die Mitte treten
Jeder soll aus dem Blot gehen mit dem Gefühl auch als eigenständige, freie Person etwas positives/kraftvolles/Gutes mitzunehmen.
Um die Monate im Jahr zu meistern und gekräftigt für die einflüsse im Alltag zu sein.
Am Ende muss man nämlich erst mal die Kraft haben, um ein/e gute/r Mutter, Vater, Freund, Freundin, Kollege, Arbeiter, Chef und Zuhörer/in usw. zu sein.
Darum auch der Kreis beim Bloten, keiner ist irgendwem höher gestellt, jeder hat das selbe Stimmrecht. Demokratisch.
Man dient niemandem.
Am Ende ist es wichtig zu sagen:”Es ist schön mit euch zu Bloten, denn ich merke dass ich gestärkt bin und dass das was wir tuen richtig ist!”
Wenn sich selbst einbringt, dann erlebt man auch das Blot direkt.
dass ist glaube ich das Wichtigste.
Denn Hilfe bekommt man nicht durch Passivität.
Hilfe bekommt man wenn man aktiv wird.
Genauso ist es dann auch mit dem Danken.
Wer gibt und dankt, wird weiterhin Hilfe bekommen.
Dies sei´s für heute.
Lupo