Archive for Juli, 2017

Odin, das Paradoxon

Montag, Juli 31st, 2017

Über Odin kann man ganze Bücher schreiben und das ist auch schon geschehen. Allseits bekannt ist, das er einer der ersten drei Asen überhaupt war und älter als Yggdrasil ist. Von ihm stammen alle Asen ab. Er wird in älteren Quellen als Kriegsgott und in jüngeren als Gott der Magie oder des Schamanismus bezeichnet. Man sagt dann, er habe sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ferner taucht oft der Begriff des Odinsparadoxon auf. In diesem Zusammenhang wird Odin dann mit der Rune Dagaz in Verbindung gebracht. Im Laufe meiner Erkundung bin ich öfter über diese Begriffe gestolpert ohne eine rechte Erklärung dazu zu lesen. Mir ist nicht klar ob das daran liegt, das die Quellen nicht mehr dazu sagen, oder ob das als so trivial betrachtet wird. So oder so will ich mich an eine eigene Erklärung dieser Begriffe wagen.
Ein Paradoxon ist etwas, das einen Widerspruch in sich enthält. Das könnte Odins Kriegs- und Schamanenseite sein.
Untersucht man Dagaz genauer, ergibt sich folgendes. Wenn man die Form der Rune betrachtet erkennt man eine “spitze” 8 die auf der Seite liegt. Zwei Dreiecke deren Spitzen sich berühren. Übersetzt wird Dagaz mit dem Tag. Meiner Meinung nach beschreibt das die Rune nur äußerst ungenau. Der Tag gibt ein Beispiel für das Prinzip das hinter Dagaz steht. Der Tag besteht aus dem hellen wie dem dunklen Teil. Steht die Sonne im Zenit ist der Tag am hellsten und steht die Sonne äquivalent genau über der Rückseite der Erde ist die Nacht am tiefsten. Von diesen Zwei Punkten streben Licht und Dunkel aufeinander zu. Dagaz ist nun der Punkt an dem Licht in Dunkel sowie Dunkel in Licht übergehen. Der Zeitpunkt wenn die Dämmerung in Richtung Dunkelheit kippt oder die Dunkelheit morgens zum Licht hin kippt. Das ist die Spitze der Dreiecke, wenn man weder rechts noch links ist. Es ist weder Tag noch Nacht!
In der fernöstlichen Philosophie heißt es:
“Wir sind, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht durch unsere Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt!”
Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Realität. Somit gibt es einen Übergang zwischen dem Denken und dem materiellen Sein. Dieser Punkt und dessen Existenz wird durch Dagaz beschrieben. Odin steht als Gott für das Urbewusstsein im Gegensatz zur materiellen Realität. Er steht aber auch für den Krieger und den Schamanen! Was ist er nun? Krieger oder Schamane? Intellekt oder Materie? Wenn man ihn nun mit Dagaz vergleicht, dann ist er weder noch oder beides zugleicht. Krieger und Schamane. Intellekt und materielle Realität. Gedanke und Materie. Und darin besteht das Paradoxon. Denn nach der wissenschaftlichen Sichtweise kann er nicht beides zugleich oder eins ohne das andere nicht sein.

Odin ist DER Ase, der zugleich Bewusstsein, Trieb und materielles Sein ist. Seine Eltern waren Riesen und Nachkommen von Ymir und Audhumbla. Unbewusstes und Trieb, vereint zu neuer Kraft, zum Bewusstsein! Mit einer kleinen Geste kann er Krieger oder Schamane sein. Und doch ist er weder das eine, noch das andere. Er ist die dunkelste Stunde des Tages, wenn es weder hell noch dunkel ist. Er ist sowohl Leidenschaft als auch Chaos. Beides und nichts davon.

@Daniel

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Dienstag, Juli 11th, 2017

Auch wenn es der Blick nach draußen manchmal nicht vermuten lässt- es ist Sommer geworden! Mittsommer liegt hinter uns und die Sonne strahlt heiß auf uns herab. Dies ist die Zeit in der man Tatendurstig wird und es uns zueinander zieht. In diesem Sinne pulsiert es bei uns gerade gewaltig und man möchte am liebsten zehr Sachen gleichzeitig machen. Daher treffen wir uns jetzt auch um zusammen etwas zu schaffen- zu Handwerken. Im eigentlichen Sinne indem wir zusammen an einer Altardecke nähen und Sticken wollen, Nadelbinden oder Holz für Götterfiguren vorbereiten. Eins nach dem Anderen wollen wir nun gemeinsam Werte schaffen- keine Finanziellen Werte, sondern Dinge die man nicht so leicht wie Geld bekommt. Und im übertragenen Sinne, indem wir unsere Vorstellungen in Gesprächen abrunden und weiterentwickeln.
Wenn man mit Freunden zusammen Dinge für das geistige Miteinander schafft, verbindet das ungemein und ist kostbarer als alles das man kaufen kann! Seit Jahren haben wir beispielsweise vor den Festen die Frage, was für eine Decke nehmen wir zum Herrichten unseres Altars, welche Götterfiguren stellen wir auf? Jetzt nehmen wir es in Anlauf einen Grundstock mit Altardecke und Götterdarstellungen selbst zu machen, der standardmäßig in einer Kiste unsere Feste begleiten kann und zu rituellen Gegenständen von uns wird. Und auch wenn Professionelle das wahrscheinlich in höherem Maß filigraner herstellen können, werden UNSERE Reliquien doch um vieles Kostbarer sein.
Jede Gruppe sollte überlegen ob sie nicht ähnliches tut, denn auch wenn das handwerkliche Geschick fehlt, kann man doch viel selbst machen und die Arbeit und Entwicklung ist doch ein besonderer Dienst an den Göttern und seiner Gemeinschaft!

@Daniel.